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Wer andere führen möchte, muss sich selbst führen können.

 

Die Kunst der Selbstführung

Selbstführung bedeutet, sich selbst zu erkennen und die Beziehung zu sich und zur Welt bewusst zu gestalten. Dazu bedarf es eines klaren Geistes sowie eines klaren Denkens. Aus diesem Grund verbinde ich die Praxis der Achtsamkeit mit den Methoden der Philosophischen Praxis, um beim Gegenüber eine Haltung zu kultivieren, aus der heraus Selbstführung möglich wird.

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Praxis der Achtsamkeit

Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.

Viktor E. Frankl

Die Praxis der Achtsamkeit stammt ursprünglich aus dem Buddhismus und ist bereits über 2.500 Jahre alt. Es ist Jon Kabat-Zinn zu verdanken, dass er die Praxis Ende der 70er Jahre säkularisiert und in Form des Programms "Mindfulness-based Stress Reduction" (MBSR) in die Gesundheitsbranche eingeführt hat. Seit jener Zeit und vor allem in den letzten Jahren wird Achtsamkeit zunehmend häufiger auch in Unternehmen eingesetzt, um als Gegentrend zur Digitalisierung auf Ebene der Organisation, der Teams und des Indviduums wirksam zu werden.

Achtsamkeit ist eine bestimmte Form der Bewusstheit, die sich durch gerichtete, nicht wertende Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Augenblick einstellt. Sie bedeutet mehr als regelmäßig zu meditieren, sie ist eine Haltung zum Leben. In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien diverse positive Effekte auf den Geist und das Gehirn messen können (siehe AMRA). Das größte Potenzial der Achtsamkeit liegt jedoch nicht in einer Leistungssteigerung, sondern in der Zunahme der inneren Freiheit.

Philosophische Praxis

​​Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Immanuel Kant

Philosophische Praxis ist die Begleitung und Selbstaufklärung von Menschen in Fragen nach dem guten, bejahenswürdigen Leben. 1981 von Gerd B. Achenbach begründet, knüpft die Philosophische Praxis an das antike Verständnis der Philosophie an, welches in ihr weniger eine theoretische Wissenschaft als vielmehr eine praktische Lebensform sah, die auf Einsicht und Vernunft basierte und zu einem guten Leben beitrug (siehe Wikipedia).

Zu philosophieren bedeutet, das vermeintlich Selbstverständliche in Frage zu stellen und die Fähigkeit zum rationalen Urteilen zu entwickeln. In einem vertrauensvollen Dialog wird mit den Inhalten und Methoden der Philosophie der eigene Horizont erweitert, um mit einem neuen Blickwinkel auf sich und die Welt zu blicken.

Das Einüben von Selbstführung erfolgt sowohl durch die Praxis der Achtsamkeit als auch durch die Methoden der Philosophischen Praxis. Denn dort, wo Achtsamkeit die Voraussetzungen für einen ruhigen, klaren Geist schafft, begünstigt die Philosophische Praxis die Entwicklung eines klaren, vernünftigen Denkens.

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Psychonautik

Die Kraft der Psychedelika besteht darin, dass sie oft innerhalb weniger Stunden Tiefen der Ehrfurcht und des Verständnisses offenbaren, die uns sonst ein Leben lang entgehen können.
Sam Harris

Psychonautik kann definiert werden als die Erforschung der eigenen Psyche, d.h. dem wortwörtlichen Bereisen innerer Landschaften zum Zwecke von Erkenntnisgewinnung und Transformation. Dieses Eintauchen in das eigene Bewusstsein ermöglicht tiefergehende Erfahrungen und Erkenntnisse, die durch Reflexion und Integration zu einem Teil des eigenen Selbst werden. Anders ausgedrückt: Psychonautik begünstigt eine gewisse innere Stimmigkeit und Kohärenz durch das Erleben einer tieferen Erkenntnis- und Erfahrensebene.


Psychedelische Erfahrungen im Sinne der Psychonautik müssen nicht zwangsläufig durch Einnahme von Substanzen erfolgen. Auch Atemtechniken oder Meditationen können zu psychedelischen Bewusstseinszuständen führen. Mittlerweile belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien aus aller Welt die Wirksamkeit  psychedelischer Erfahrungen in unterschiedlichen Kontexten (siehe MIND Foundation).


Wichtig ist in jedem Fall die Reflexion und Integration der Erlebnisse, um auf diese Weise die Entwicklung des klaren Geistes im Sinne der Achtsamkeit sowie des klaren Denkens im Sinne der Philosophischen Praxis zu unterstützen, so dass die Kunst der Selbstführung weiter vertieft wird.